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Archiv: Kunst & Kultur

Ballett am Rhein

Opernhaus Düsseldorf

Premiere für b.22 am 23. Januar im Theater Duisburg\n

„Verwundert seyn – zu sehn“ – ein schöner Titel für ein Ballett von Martin Schläpfer. Seine Uraufführung eröffnet am Freitag, dem 23. Januar, um 19.30 Uhr den neuen, dreiteiligen Ballettabend b.22, die erste Ballettpremiere der Spielzeit im Theater Duisburg. „verwundert seyn – zu hören“ könnte man ergänzen, denn das Ballett am Rhein tanzt zu Live-Musik in kleiner Besetzung und erforscht höchst unterschiedliche akustische Welten. Die Ballett­werkstatt am Dienstag, 20. Januar, um 18.00 Uhr, im Theater Duisburg gibt mit Probenaus­schnitten und Gesprächen Einblick und Hintergrundinformationen zum neuen Ballettprogramm. Der Eintritt ist frei.\n \n „Ich wollte unbedingt für Duisburg eine Uraufführung kreieren und begann Musik zu suchen“, sagt Martin Schläpfer zur Programmierung von b.22. „Klar war mir dabei: Was Jerome Robbins’ in sogenannter Stille stattfindendes Ballett ‚Moves’ einrahmt, muss sinnlich, farbig – ja ‚großartig’ – sein, und der Musiker nicht nur virtuos, brillant und emotional, sondern ein Klangkünstler. Denys Proshayev kam mir sofort in den Sinn – und dann die Kombination von Skrjabin und Liszt, waren beide doch unvergleichliche Musiker.“ Live am Flügel stellt der Pianist, der regelmäßig große Konzertsäle füllt und mit ausgezeichneten CD-Einspielungen Aufsehen erregt, Franz Liszts Grande Valse di bravura „Le bal de Berne“ Alexander Skrjabins Klaviersonaten Nr. 6 und 10 gegenüber. Martin Schläpfer hat sein Ballett „verwundert seyn – zu sehn“ für insgesamt 15 Tänzerinnen und Tänzer als inneren Dialog für einen einzigen Akteur angelegt: Marcos Menha führt uns tief in die emotionale Gedankenwelt eines Menschen, den die Sehnsucht nach Vergang­en­em genauso umtreibt wie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Je mehr Mosaiksteine Martin Schläpfer der Choreo­graphie hinzu fügt, desto klarer ergibt sich das Bild eines Menschen, der zum Spielball seiner widersprüch­lichen Bedürfnisse wird. Von philosophischen Gedanken Arthur Schopenhauers ließ er sich dabei ebenso inspirieren wie von der dichten und exzentrischen Atmosphäre der verwendeten Kompositionen. Auch dem Bühnen- und Kostümbildner Keso Dekker dienten Alexander Skrjabin und seine Musik als Inspirations­quelle.\n \n Nach „Afternoon of a Faun“ nimmt das Ballett am Rhein Jerome Robbins’ legendäres Ballett „Moves“ als zweites Stück des Amerikaners in sein Repertoire auf – ein Stück ohne Musik, aber alles andere als ein stilles Stück: Die einzigen Klänge, die zu hören sind, erzeugen die Tänzerinnen und Tänzer selbst. Mit dem Knallen und Schleifen der Spitzen­schuhe auf dem Bühnenboden und dem Klatschen der Handflächen auf den Oberschenkeln erschaffen sie ihren eigenen Soundtrack. Jerome Robbins, der mit seinen 66 Choreographien und seinen Arbeiten für den Broadway zu den wichtigsten amerikanischen Choreo­graphen des 20. Jahrhun­derts zählt, hat „Moves“ 1959 für seine damalige Compagnie Ballets: U.S.A. entwickelt. In höchster Konzentration und im permanenten Bewusstsein füreinander werden Gesten aufgegriffen, variiert, weiterent­wickelt, verbinden sich abstrakte Beziehungen immer wieder auch mit emotionalen Momenten. In seine an George Balanchine geschulte Tanzsprache integriert Robbins Elemente des Modern Dance, ohne auf die Virtuosität und Technik des klassischen Balletts zu verzichten.\n \n Schließlich kommt Paul Pavey mit seinem vielseitigen Schlag- und Blas-Instrumentarium ins Spiel. Der Musiker, Komponist und Live-Performer hat die Musik zu Martin Schläpfers 2006 für das ballettmainz entwickelten Stück „ein Wald, ein See“ geschaffen. Es klingt, als wäre man nachts draußen in der Natur, wahrnehmend, was man nur noch hören, aber nicht mehr sehen kann. Fremde, live gespielte Instrumentalklänge mischen sich mit rauem Obertongesang und elektronischen Zuspielungen und fügen sich zu einer Klanglandschaft, die Martin Schläpfer mit seinen 19 Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne durchstreift: „ein Wald, ein See“, eine archaische Welt voll wilder und poetischer Dunkelheit. Die Atmosphäre ist erotisch aufgeladen mit einer fremden Kraft zwischen Zärtlichkeit und Brutalität, Kuss und Erwürgen. Man blickt in eine durchaus reale Welt, aber von Menschen besiedelt, die nicht nur uns, sondern auch sich selbst fremd sind – ein unbekannter Stamm vielleicht, mit seinen ganz eigenen Riten. Archaisch, kraftvoll, extrem.\n \n Vorstellungen im Theater Duisburg: Fr 23.01. – 19.30 Uhr­  /  So 25.01. – 18.30 Uhr­  /  Fr 30.01. / Do 05.02. /  Sa 07.02. /  Mi 11.02. – jeweils um 19.30 Uhr\n \n Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf: Fr 22.05. /  Sa 30.05. /  Mi 03.06. /  Sa 06.06. /  Di 23.06. – jeweils um 19.30 Uhr\n \n Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg,\n \n unter Tel. 0211.89 25 211 oder 0203.940 77 77, sowie über www.ballettamrhein.de.\n



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